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Erstes Microlino-Fazit nach 1000 km

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hausgeldraus
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Erstes Microlino-Fazit nach 1000 km

Beitrag von hausgeldraus »

IMG_5385b.jpg
Nach knapp einem Monat Microlino haben wir nun die 1000 km mit unserem Pioneer "Freddie" (406/999) hinter uns. Zeit ein ausführliches erstes Fazit zu ziehen. Ich werde dazu einige Unterpunkte entwerfen und Punkte vergeben. Diese beziehen sich nur auf unser Fahrzeug. Es liegt dabei in der Natur der Sache, dass es gerade bei einer Pioneerserie Schwankungen in der Produktion gibt und Probleme daher vielleicht nur einige Fahrzeuge betreffen, oder aber auch bei anderen Fahrzeugen Probleme auftreten, die bei unserem nicht vorhanden sind:

1. Optik/Verarbeitung außen:
Zweifellos für uns das Hauptargument für den Microlino. Das Fahrzeug sieht von außen im geschlossenen Zustand sehr wertig aus und zieht viele Blicke auf sich. Z. T. fahren einem die Leute bis zum nächsten Halt nach, um sich das Fahrzeug mal genauer anzusehen, Probe zu sitzen oder Fotos zu machen.
Der Lack ist natürlich an der Front schon sehr empfänglich für Steinschläge und ich versuche immer Abstand zu vorausfahrenden Baufahrzeugen mit loser Ladung zu halten, aber mal sehen, wie lang er völlig unbeschädigt bleibt. Ein Problem sind aber die Seitenbereiche hinter der Vorderrädern. Hier fehlen Schmutzfänger. Dadurch werden gerade bei Überlandfahrten oft Steinchen aus dem Profil an den Lack geworfen. Ich denke in dem Bereich an eine Klarsichtfolierung.
Der Kofferraumdeckel schleift nicht am Lack, so wie es noch beim Vorführer in München der Fall war. Etwas "windig" wirkt lediglich die Verarbeitung der Ladeklappe, die schon mal unbeabsichtigt aufgeht (Autowaschen in der SB-Waschanlage). Der LED-Streifen vorne enthält leider an einer Seite Kondenswasser, was ich beim ersten Service beheben lassen will, ist aber bei voller Funktion.
Die Verarbeitung an Stellen, an denen Bleche aufeinanderstoßen, kann noch optimiert werden, sind aber schon etwas besser als beim Münchener Vorführer, den ich erlebt habe. Besonders an der Oberkante der Einstiegsluke sieht man aber doch noch nicht ganz dichte Spalten, durch die Wasser eindringen kann. Wir werden sehen, ob so etwas zu Rost führt.
Ölverlust hatte ich bisher keinen.
Wirklich störend empfinde ich von außen allerdings nicht viel, sodass es hier 4/5 Punkten gibt.

2. Fenster/Türen/Schiebedach:
Die Fronttür mit dem Softclose funktioniert gut und dieser Mechanismus macht auch sehr viel Sinn, da in dieser Tür ja sehr viel Technik steckt. Leider ist diese gerade in der Selbstwaschanlage nicht dicht, sodass sich im Fußraum der Beifahrerseite Spritzwasser sammelt.
Die Schiebefenster sind hingegen dicht, wo ich mir eher Sorgen gemacht hätte als bei der Fronttür. Leider ist die Verabeitung der umgebenden Dichtung nicht gut, sodass sich das Fenster zwar schließen lässt, allerdings schließt der Haken gegen unbeabsichtiges Öffnen nicht richtig. Das führt dazu, dass sich dieses Fenster von außen leider jederzeit mit sanfter Gewalt öffnen lässt. Auch etwas, was beim ersten Servive zu beheben wäre, weil sich sonst jeder sehr schnell Zugang zum Fahrzeug verschaffen kann.
Der Kofferraumdeckel lässt sich durch Drücken einer Fernbedienungstaste öffnen. Doch muss man diese sehr lange gedrückt halten (~3 s). Hier wäre eine Umprogrammierung der Fernbedienung in meinen Augen sinnvoll. Leider neigen Mitfahrer dazu, diesen viel zu stark zuzuschlagen, was bei mir immer Schmerzen verursacht. Bisher ist aber nichts abgefallen.
Das Schiebedach schließt dicht und funktioniert einwandfrei, kann aber bei geschlossenem Zustand durch die Bügel eine Einschränkung im Kopfbereich der Fahrers darstellen. Ich würde es unbedingt ab 1,85m Körpergröße bei einer Probefahrt ausprobieren.
Insgesamt gebe ich auf diesen Bereich 3/5 Punkten.

3. Ergonomie:
Das Einsteigen ist gerade für älteren Leute nicht leicht, da das Lenkrad nicht mehr - wie bei der ersten Variante - wegschwenkt. Dadurch muss der Fahrer/die Fahrerin zuerst einsteigen, was zu lustigen Situationen führen kann. Unterm Strich ist es natürlich eines der Hauptmerkmale des Microlino, so einzusteigen, wer aber bewegungseingeschränkte Personen mit ihm befördern will, sollte eine Probefahrt machen. Auch die Unterkante der Einstiegsluke ist hoch, so dass man schon beweglich sein sollte.
Die Sitzbank ist in Ordnung, was die Verarbeitung angeht. Leider bietet sie keinen Seitenhalt, sodass man sich in den Kurven rasch noch näher kommt. Das kann dazu führen, dass man ungewollt auf den Gurtschlössern sitzt und das erst merkt, wenn der Beifahrer aussteigen will. Diese sind gut eingepasst, was aber das Lösen des Gurts erschwert. Die Verstellung der Sitzbank ist möglich, aber nur für beide Insassen gleich möglich, was aber kein großer Nachteil ist.
Die Beifahrerin/der Beifahrer hat genügend Beinfreiheit, eigentlich kann man diese schon fürstlich nennen. Etwas störend empfinden manche Personen, dass der Boden in der Nähe der Bank wegen des Akkus relativ stark nach vorn abfällt, was das Aufstehen beim Aussteigen nicht unbedingt einfacher macht. Das tritt aber nur dann als Problem auf, wenn die Sitzbank recht weit hinten ist.
Das Lenkrad liegt gut in der Hand, ist aber nicht höhenverstellbar. Das führt dazu, dass große Menschen den oberen Bereich des Hauptdisplays nicht einsehen können. Das stört mich nicht so sehr wie der Lichtschalter, der leider so liegt, dass seine Beschriftung nicht mehr einsehbar ist. So muss man gerade am Beginn seiner Microlinokarriere oft probieren, wie man vom Tagfahrlicht zum Abblendlicht kommt.
Der Gurt liegt bei meiner Körpergröße (1,86cm) zu nah am Hals. Es gibt zwar eine Gurtführung, die das anscheinend verhindern soll, diese funktioniert aber nicht, da der Gurt ständig aus ihr herausrutscht.
Der Platz für das linke Bein des Fahrers ist etwas beengt, bei ganz zurückgeschobener Sitzbank empfand ich das bei meiner Körpergröße allerdings nicht als Nachteil.
Leider kann man die Kopfstützen nicht verstellen, was nicht nur ein ergonomischer, sondern auch ein Sicherheitsnachteil ist.
Die Bedienung des mittleren kleinen Displays ist intuitiv und einfach. Es ist aber etwas zu weit weg.
Insgesamt kann Micro in diesem Bereich noch viel verbessern, sodass ich auf 2/5 Punkte komme.

4. Kofferraum:
Die meisten Menschen, die den Microlino sehen, würden nicht einen Kofferraum dieser Größe erwarten. Ich kann damit den Wocheneinkauf für unsere 4köpfige Familie transportieren. Einzig die Dämmung und die Verabeitung der Außenverkleidungen könnten besser sein. Die Ladekannte ist etwas hoch, aber die Kofferraumklappe groß genug auch für sperrige Gegenstände.
Hier komme ich auf 4/5 Punkte.

5. Fahrgefühl/Sicherheit:

5.1. Stadt:
In der Stadt ist der Microlino sehr agil und kann bei allen Verkehrssituationen mithalten. Problematisch sind dagegen schnelle Wechsel von Vorwärts- und Rückwärtsfahrten, die immer eine Wartezeit von ca. 2s benötigen. Wenn man beispielsweise zum Wenden rangieren muss und schon andere Autos kommen, wird es schnell problematisch, wenn nicht gar gefährlich. Man stelle sich vor (was sicher schon die meisten erlebt haben), man muss etwas in eine Kreuzung fahren, um zu sehen, ob Querverkehr kommt, erkennt dann, dass etwas kommt und möchte schnell zurückstoßen. Das will man mit dem Microlino nicht erleben. Wenn man hier zu wenig Geduld hat, kann es sein, dass das Auto in einen Modus kommt, in dem gar nichts mehr geht (kam in 1000km 2x vor). Dies ließ sich nur durch komplettes Ausschalten und Neustart beheben, was ca. 15-20s dauert. Und wenn man dabei in der Kreuzung steht, wird es echt eng... :o
Ein weiteres Problem ist ein Getriebekrachen, wenn man im Rückwärtsgang zu früh anfährt und der Umschaltprozess beim Microlino nocht nicht abgeschlossen ist (kam bisher 4x vor). Das kann dann auftreten, wenn man beim Gangwechsel das Bremspedal nicht stark genug drückt (was man als Fahrer von bremskraftverstärkten Autos instinktiv erst mal falsch macht).
Natürlich ist das Einparken und der Platzbedarf auf der Straße sonst ein Traum. Die Fahrgeräusche im Tempobereich Stadt sind erträglich, in etwa wie in einer Straßenbahn.
Der Federungskomfort ist eher rustikal und man fährt gerne sehr langsam über Unebenheiten. Seit 300 km macht die Federung auch seltsame Geräusche, wenn ich in Kurven über Unebenheiten fahre.

5.2. Überlandfahrten:
Bis 60 km/h beschleunigt der Microlino ansprechend, ab 64-68 km/h kommt ein schrilles Pfeifen, über das man sich durch ein Zuschalten des Sportmodus etwas schneller aber auch noch lauter hinwegretten kann. Dieses Pfeifen empfindet jeder als extrem störend. Wenn ich Gäste im Auto habe, die zum ersten Mal im Microlino fahren, versuche ich diesen Bereich zu überspielen, in dem ich nicht Vollstrom gebe. Das ist aber insbesondere an langgezogenen Steigungen nicht immer möglich. Das sind die wenigen Momente, in denen ich mich im Microlino nicht gut fühle. In der Ebene erreicht man durchaus die 90km/h, in den oben beschriebenen Steigungebereichen ist so um die 70 km/h Schluss, was schon zu Schlangenbildung hinter einem führen kann.
Bei der ersten Fahrt von München nach Hause hatte ich allerdings auch meine erste sicherheitsrelevante Situation. Ich musste auf rechts nasser und links trockener Straße verkehrsbedingt stark bremsen. Das Auto begann durch fehlende Stabilitätsprogramme leicht zu rutschen, ließ sich dann aber doch einfangen. Trotzdem hat es den Puls stark erhöht. Man muss sich allerdings dessen bewusst sein, dass man eben nicht in einem Auto sitzt. Ein Zeitschrift, die den Micro vor Kurzem getestet hat, empfliehlt deshalb ein Fahrsicherheitstraining damit. Dem schließe ich mich unbedingt an.
Fährt man bergab schneller als 90 km/h, zeigt der Tacho nur 90 an, bzw. setzt die Rekuperation ein. Ich habe jedenfalls noch nie mehr als diese 90m/h auf dem Display gesehen.
5.3. Nachtfahrten:
Das Display spiegelt stark in die Windschutzscheibe. Hier ist aber gerade eine Lösung in Sicht. Selbstgedruckte Blenden, die dann doch schmelzen oder sich verformen können, sind daher nicht mehr nötig.
In den besprochenen Bereichen gibt es nach meinem Empfinden dringenden Handlungsbedarf, da auch sicherheitsrelevante Aspekte betroffen sind.
Insgesamt 1/5 Punkte in diesem Bereich.

6. Entertainment
Die Halterung für das Smartphone ist gut gelungen und auch der Weg zur USB-Ladebuchse ist nicht weit. Daher nehme ich gern das Smartphone zum Navigieren und zur Musikerzeugung über die mitgelieferte Bluetoothbox. Diese ist für mich leider nicht wirklich brauchbar. Das fängt damit an, dass sie nicht wirklich passgenau in die für sie vorgesehene Aussparung passt. Außerdem weiß man nie so genau, ob sie aus oder an ist. Weiterhin ist der Sound nicht wirklich gut. Hier muss für mich eine andere Lösung her.
3/5 Punkte in diesem Bereich.

7. Reichweite/Ladeverhalten
Die Pioneerserie verfügt über den mittleren Akku. Dieser reicht bei mir für ca. 100 km. In der Stadt mag es mehr sein. Für den Alltag reicht es, aber es entsteht dann doch der Wunsch am Wochenende auch mal eine Ausfahrt mit dem Microlino zu machen. In Verbindung mit der extrem langsamen Ladegeschwindigkeit ist mir persönlich der Akku für diesen Zweck zu klein.
Außerdem schafft die verbaute Lüftung es bei höheren Temperaturen nicht, den Akku so zu kühlen, dass Ladeleistungen um 2kW/h möglich sind. Man kommt dann rasch auf 1kW/h herunter. Das ist ein echtes Manko, weil es die ohnehin schon lange Ladezeit von 4h auf 8 oder mehr Stunden erhöht.
Hier sehr wohlwollende 2/5 Punkten.

Somit ergeben sich 19 von 35 möglichen Punkten, was in meinen Augen für das erste Fahrzeug eines Startups ein guter Wert ist. Ich möchte aber auch Handlungsbedarf damit aufzeigen und trotzdem nicht unerwähnt lassen, dass ich unseren "Freddie" trotz der negativen Punkten auf keinen Fall wieder hergeben würde.

Entschuldigt bitte die Länge des Textes, aber für Kaufinteressenten ergeben sich bestimmt einige interessante Punkte daraus. Für weitere Fragen freue ich mich auf eure Kommentare.

Grüße aus dem Bayerwald

Matthias/hausgeldraus
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Zuletzt geändert von hausgeldraus am Mi 12. Jul 2023, 14:13, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Erstes Microlino-Fazit nach 1000 km

Beitrag von Topolino »

Super und realer Bericht bzw. Erfahrung. Ich wünsche mit "Freddie" weiterhin viel Spass!

Kleine Anmerkung: Ein Fernlicht ist doch eingebaut - oder?
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hausgeldraus
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Re: Erstes Microlino-Fazit nach 1000 km

Beitrag von hausgeldraus »

Ich meine damit Abblend- und Aufblendlicht. Vielleicht war ich auch zu blöd, das Aufblendlicht zu finden... Wie aktivierst du das?
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Re: Erstes Microlino-Fazit nach 1000 km

Beitrag von Topolino »

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hausgeldraus
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Re: Erstes Microlino-Fazit nach 1000 km

Beitrag von hausgeldraus »

Tatsächlich zu blöd gewesen. Ich habe es gerade gefunden und korrigiert.
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Re: Erstes Microlino-Fazit nach 1000 km

Beitrag von MicrolinoFranken »

das mit den langen Ladezeiten merkt man bei den warmen Temperaturen, gestern bei Probefahrt bin ich auf 94,5 Wh Verbrauch gekommen, so wäre ich ca 111 km weit gekommen. Was mir auffällt dass bei der Hitze der Opel Rocks-e bei komplett leeren Akku in 3 Stunden voll ist, gut da läuft der Lüfter auch auf Hochtouren.
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